Alle Beiträge von Gernot

Luftfilter nachrüsten – Originalität vs. Motorverschleißminderung

Ab Werk wurde der Ford Model A  ohne Luftfilter ausgeliefert.

Unter den Ford A-Fahrern gibt es zwei Lager:  Befürworter und absolute Luftfilter-Gegner.

Contra Luftfilter – das sagen die Gegner

Der Ford A wurde ab Werk nicht mit Luftfilter ausgerüstet (Originalität)

  • Die Straßen sind heute deutlich besser und weniger staubig als in den 30er Jahren
  •  Der Vergaser neigt zum Benzin-Tröpfeln – so kann Benzin in einen tief liegenden Luftfilter  gelangen und bei einer möglichen Fehlzündung zu Bränden führen
  • Manche Luftfilter können den angesaugten Luftstrom behindern – der Motor kann nicht genug Luft ansaugen

Pro Luftfilter – das sagen die Befürworter

  • Auch heute gibt es noch viel Schmutz in der Luft – ein guter Luftfilter kann so die Lebensdauer eines Motors stark verlängern
  • Durch eine bestimmte Bauart des Luftfilters, kann das Risiko eines Brandes verhindert werden. Hierbei sitzt der Luftfilter über dem Vergaser, so dass kein Benzin hineinlaufen kann (sog. Hi-Boy).

Ich nutze den hier abgebildeten Hi-Boy-Luftfilter mit K+N Filterelement (gekauft bei m.a.c.s_fabrication – sehr gute Qualität). Der Luftdurchsatz ist so hoch, dass der Motor nicht behindert wird.  Ist der Filter einmal dreckig, so kann er gereinigt und anschließend wieder eingeölt werden.

Wie schalte ich das Model A

Das Getriebe des Ford Model A ist unsynchronisiert. Wenn du es korrekt schaltest, ist es nahezu unverwüstlich.  Wichtig ist beim Herauf- und Herunterschalten, die zwei unterschiedlich schnell laufenden Zahnräder im Getriebe auf ungefähr gleiche Drehzahl zu bringen, so dass der Gangwechsel geräuschlos vor sich geht. Dies geschieht durch Zwischenkuppeln und Zwischengas. Die Zähne deines Getriebes werden es dir danken.

Der amerikanische Ford Model A Experte Jack Bahm zeigt in seinen zwei Videos anschaulich, wie es richtig gemacht wird:

Klassik-Öl

Zum Motorenöl beim Model A findet man sehr unterschiedliche Ansichten. Immer wieder wird davor gewarnt, modernes Motoröl einzufüllen, da dies die Buntmetalle und die vor 80 Jahren verwendeten Dichtungsmaterialien angreifen soll.

Der deutsche Motorölhersteller Rektol aus dem hessischen Korbach hat mir dankenswerterweise gestattet, die folgende Information zu veröffentlichen:

Nach aktuellem Kenntnisstand und auf Basis Ihrer Anforderungen
empfehlen wir folgende Öle:

– Rektol SC 20W-40 nach erfolgter Motorenüberholung ohne besondere Erscheinungen im Motorenbetrieb

– Rektol SB 40 (Sommer) und SB 20 (Winter) nach erfolgter Motorenüberholung – aber mit Problemen der vermehrten Ölverbrennung

Ergänzende Erläuterungen:

a) Öl Legierungshöhe (Additivmenge)

Grundsätzlich ist bei derartigen Motorenkonstruktionen immer wichtig, wie viel Öl verbrannt/verbraucht wird. Viele Öl- Additive basieren auf Metallverbindungen oder Polymeren (≈Kunststoff), die bei ungünstiger Verbrennung hartnäckige Rückstände erzeugen können. Im schlechtesten Fall können dadurch die Kolbenringe verkleben usw..

b) Verschleißschutz ZDDP- Zusätze

Motoröle enthalten verschiedene Sorten von ZDDP. Der Unterschied dieser ZDDP-Sorten liegt in der Belastungshöhe (Druck+Reibgeschwindigkeit) und im Temperatur-Einsatzbereich. Sie benötigen eine ZDDP- Mischung, die bei den Arbeitstemperaturen und dem Belastungsniveau Ihres Motors die gewünschte Wirkung voll entfaltet. Z.B. arbeitet ein hochaufgeladener Turbodiesel partiell auf einem höheren Temperaturniveau als Ihr Klassiker und benötigt demnach mehr „Hochtemperatur ZDDP“. Diese Hochtemperatur- ZDDP wiederum können in Ihrem Motor nicht die gewünschte Wirkung erzeugen und sind damit überflüssig.

c) Viskositäten

Durch eine höhere Viskosität (mehr Fließwiderstand) entstehen geringere Mengenströme (Geschwindigkeiten) des Öles im Motor. Dadurch hat das Öl eine geringere Kühlwirkung auf Motorkomponenten und die Durchölungszeiten des Motors – speziell bei Kaltstart – steigen an. Dies verlängert z.B. den Zustand der Mischreibung (Verschleiß) in der Warmlaufphase. Original war eine Sommerviskosität von SAE 40 und Winterviskosität von SAE 20 vorgegeben. Nach einer Motorüberholung spricht nichts gegen eine Verwendung der Original Viskositäten.

 

Wenn Sie weitere Fragen heben, nehmen wir uns gerne Zeit.

 

Mit freundlichen Grüßen

REKTOL – KLASSIK TEAM