Kategorie-Archiv: Motoröl

Modernes Motoröl oder lieber Klassiköl? Hier die Antwort vom Klassikölhersteller Rektol lesen.

Klassik-Öl

Zum Motorenöl beim Model A findet man sehr unterschiedliche Ansichten. Immer wieder wird davor gewarnt, modernes Motoröl einzufüllen, da dies die Buntmetalle und die vor 80 Jahren verwendeten Dichtungsmaterialien angreifen soll.

Der deutsche Motorölhersteller Rektol aus dem hessischen Korbach hat mir dankenswerterweise gestattet, die folgende Information zu veröffentlichen:

Nach aktuellem Kenntnisstand und auf Basis Ihrer Anforderungen
empfehlen wir folgende Öle:

– Rektol SC 20W-40 nach erfolgter Motorenüberholung ohne besondere Erscheinungen im Motorenbetrieb

– Rektol SB 40 (Sommer) und SB 20 (Winter) nach erfolgter Motorenüberholung – aber mit Problemen der vermehrten Ölverbrennung

Ergänzende Erläuterungen:

a) Öl Legierungshöhe (Additivmenge)

Grundsätzlich ist bei derartigen Motorenkonstruktionen immer wichtig, wie viel Öl verbrannt/verbraucht wird. Viele Öl- Additive basieren auf Metallverbindungen oder Polymeren (≈Kunststoff), die bei ungünstiger Verbrennung hartnäckige Rückstände erzeugen können. Im schlechtesten Fall können dadurch die Kolbenringe verkleben usw..

b) Verschleißschutz ZDDP- Zusätze

Motoröle enthalten verschiedene Sorten von ZDDP. Der Unterschied dieser ZDDP-Sorten liegt in der Belastungshöhe (Druck+Reibgeschwindigkeit) und im Temperatur-Einsatzbereich. Sie benötigen eine ZDDP- Mischung, die bei den Arbeitstemperaturen und dem Belastungsniveau Ihres Motors die gewünschte Wirkung voll entfaltet. Z.B. arbeitet ein hochaufgeladener Turbodiesel partiell auf einem höheren Temperaturniveau als Ihr Klassiker und benötigt demnach mehr „Hochtemperatur ZDDP“. Diese Hochtemperatur- ZDDP wiederum können in Ihrem Motor nicht die gewünschte Wirkung erzeugen und sind damit überflüssig.

c) Viskositäten

Durch eine höhere Viskosität (mehr Fließwiderstand) entstehen geringere Mengenströme (Geschwindigkeiten) des Öles im Motor. Dadurch hat das Öl eine geringere Kühlwirkung auf Motorkomponenten und die Durchölungszeiten des Motors – speziell bei Kaltstart – steigen an. Dies verlängert z.B. den Zustand der Mischreibung (Verschleiß) in der Warmlaufphase. Original war eine Sommerviskosität von SAE 40 und Winterviskosität von SAE 20 vorgegeben. Nach einer Motorüberholung spricht nichts gegen eine Verwendung der Original Viskositäten.

 

Wenn Sie weitere Fragen heben, nehmen wir uns gerne Zeit.

 

Mit freundlichen Grüßen

REKTOL – KLASSIK TEAM